Donnerstag, 21. April 2016

Dieser Blog ist umgezogen....

Dies hier war bis Ende März die Heimat meines Fotoblogs. Inzwischen habe ich den Blog direkt in meine Website integriert. Alle bisherigen Blogbeiträge sind dorthin umgezogen.

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Ich freue mich, dich dort wieder zu treffen.

Donnerstag, 31. März 2016

Bilder an den Kühlschrank...

Mal eine kurze Frage: Hast Du zufällig einen Kühlschrank mit metallener Außenhaut? Oder eine Metall-Pinnwand? Oder eine sonstige Metalloberfläche in der Wohnung?

Dann hätte ich vielleicht einen schnellen Tipp für Dich, wie Du schnell und unkompliziert Deine aktuellen Lieblingsfotos und/oder Urlaubserinnerungen ständig im Blick haben kannst:

Fotomagnete

Solche hier, zum Beispiel:


Wir haben hier bei uns einen Kühlschrank. Ich weiß, das ist wenig überraschend. Der Punkt ist, dass dieser Kühlschrank im Wesentlichen tapeziert ist mit Postkarten, Kinderkunstwerken und was man sonst noch alles so an eine Familienpinnwand heftet. Irgendwann haben wir auch einmal angefangen, Motivmagnete von den diversen Urlaubsorten mitzubringen. All das findet sich zu einem leicht überladenen Gesamtkunstwerk mit Kühlfunktion zusammen.

Und dann bin ich eben neulich über einen Anbieter von Fotomagneten gestolpert. Sofort war ich begeistert von der Idee, eine Auswahl eigener Bilder an den Kühlschrank zu pappen und sie so tatgtäglich im Blick zu haben. Eine kurze Recherche im Internet ergab, dass es derzeit wahrlich keinen Mangel an Anbietern für diese Art von Fotoprodukt gibt. Egal, ob das jetzt die dünnen, flexiblen Fotomagnete sind, die ich bei diesem Anbieter hier bestellt habe, oder Blechmagnete, oder welche mit Acryl- oder Kunststoffüberzug. Die einfache Suche nach "Fotomagnet" schüttet eine wahre Flut von Anbietern heraus

Als kleines Goodie für die Fotoübergabe nach einem Auftragsshooting - in dem Fall ein Babyshooting - haben diese Teile auch schon für eine schöne Überraschung und viel Freude beim Kunden gesorgt. Es ist halt doch immer was anderes, wenn man die Fotos seinen Kunden nicht nur digital, sondern eben auch in 'begreifbarer' Form übergeben kann.

Die Magnete haben hier einen Platz an prominenter (und nicht anderweitig verhangener) Stelle an unserem Pinnwand-Kühlschrank erobert und sorgen hier jeden Tag für eine kleine, nette Erinnerung an einen der letzten Urlaub.

Einfach eine schöne Sache, wie ich finde.

Donnerstag, 24. März 2016

Warum eigentlich ein Homeshooting?

Wie ich in diesem Blog ja schon mehrfachst schrieb, unterhalte ich kein eigenes Fotostudio, sondern mache den Großteil meiner Shootings bei meinen Kunden zu Hause als sogenanntes Homeshooting. Heute wollte ich mal ein paar Worte darüber verlieren, warum das für Dich - meiner Kundin/meinem Kunden - viele Vorteile hat.

Vorteil 1:

Du musst Dich nicht auf den Weg machen.

Das meine ich zunächst mal ganz buchstäblich: Du bleibst einfach gemütlich daheim, in Deiner gewohnten Umgebung, bei Deiner gewohnten Kaffeemaschine, Deinem Lieblingssessel, etc.. Für viele meiner Kunden - in 99,9 v.H. der Fälle sind das ja "Nicht-Modelle" -  ist die gewohnte Umgebung ein ganz entscheidender Wohlfühl-Faktor. Denn Du begibst ja schon völlig absichtlich in eine absolut ungewohnte Situation, indem Du Dich zum "fotografiert-werden" vor meine Kamera stellst. Da ist es gleich mal deutlich angenehmer, dies 'wenigstens' in der gewohnten Umgebung zu tun. Zudem entfallen Anfahrtzeiten, entsprechender zeitlicher Vorlauf, Staugefahr, Parkplatzsuche und was eben noch so mit einer eigenen Anreise zusammenhängt.

Im Falle eines Familienshootings mit Babys und Kleinkindern musst Du Dir keine Gedanken machen, wie sich die ungewohnte Umgebung auf die Laune Deines Nachwuchses auswirkt. Vor allem entfällt die oft mit erheblichem Stress verbundene Notwendigkeit, den Nachwuchs zeitgerecht abgefrühstückt, angezogen und ins Auto gepackt zu haben.

Vorteil 2:

Donnerstag, 17. März 2016

Die Kameraposition ist alles...

Es ist ja manchmal krass, was die Veränderung der Kameraposition in Bezug auf das Fotosubjekt - egal, ob das nun ein Mensch, ein Auto, eine Landschaft etc. ist, so an Veränderung der Bildwirkung ausmacht.

Ich nehme jetzt einfach mal die Fotografie von Menschen als Beispiel, ganz einfach, weil das mein Haupttätigkeitsbereich ist.

Als ich mir - es ist nun schon einige Zeit her - der gestalterischen Wirkung des Blickwinkels noch nicht so richtig bewußt war, hatte ich beim Durchschauen der Ergebnisse eines Shootings oft den Effekt, dass ich einige Fotos einer Serie ganz besonders mochte, andere nicht so. So ganz auf Anhieb, ohne dass da jetzt irgendetwas besonders augenfällig wäre. Ich konnte es aber nicht festmachen. Das Licht war in etwa gleich, Pose und Ausdruck auch... es war mir zunächst nicht so recht erklärlich. Oft war es dann aber ganz einfach so, dass die Kamera zwischen den "schon OK, aber nicht so tollen" und den "tollen" Fotos einen anderen, einen für die jeweilige Person besseren Blickwinkel eingenommen hatte.

Leicht erklärbar wird das bei der Fotografie von Kindern - jedenfalls soweit einem die Kinder nicht sowieso schon über den Kopf gewachsen sind: 

links: aus Augenhöhe des Kindes fotografiert
rechts: aus stehender Erwachsenenposition fotografiert
 

Typischerweise werden Kinder von fotografisch unvorbelasteten Eltern, Verwandten etc. aus dem Stand fotografiert. Sprich: Der Erwachsene steht und fotografiert auf das deutlich kleinere Kind herunter. Das Beste, was man über solche Fotos sagen kann, ist wohl, dass das gewünschte Fotosubjekt in 85,76 v.H. der Fälle mit im Bild sein wird. Mache ich das so, erzeuge ich eine klassische Abbildung, dessen, was man als Erwachsener mit bloßem Auge typischerweise sieht: "Kind von oben". Dazu bekomme ich gratis einen typischerweise weniger guten Hintergrund (den kann ich bei der Fotografie von oben herab nämlich nicht wirklich kontrollieren) ohne Horizont und Himmel (dafür dürfte die Kamera nämlich nicht nach unten geneigt sein), und schon ist das Foto fertig für die Mülltonne. Jedenfalls aus fotografisch-technischer Sicht. Denn selbst das technisch schlechteste Foto der Welt kann für die Eltern, Verwandten, etc, das Beste und Wichtigste sein, wenn das Kind gerade etwas besonders Süßes macht, drollig schaut, etc. Das soll jetzt hier aber nicht das Thema sein.

Zurück zum Blickwinkel:

Folge ich mal der einfachen Empfehlung, ein Kind aus dessen Augenhöhe zu fotografieren, habe ich urplötzlich ein deutlich interessanteres Portrait des Kindes. Interessanter ist es schon allein deshalb, weil der Blickwinkel nicht dem entspricht, den wir Erwachsenen normalerweise einnehmen (Oh, mein Rücken...). Ich bekomme unter Umständen (die "Umstände" wären dann die tatsächlich vorhandene Umgebung, meine Brennweite und die Blendenöffnung) sogar die Möglichkeit den Hintergrund zu beeinflussen, indem ich meinen Blickwinkel leicht nach rechts, links, oben, unten verändere. Auf einmal mache ich also nicht mehr nur eine schnöde Kopie dessen, was mein Auge sieht, sondern ich habe mich in die Lage versetzt, ein Foto zu gestalten. Einfach dadurch, dass ich mich gebückt, hingekniet oder hingelegt habe. In diesem Blogpost hier habe ich - etwa im letzten Drittel - mal ein kleines Beispiel zum Thema "Hintergrundgestaltung" gebracht, in dem ich zeige, was ein paar Grad Änderung des Blickwinkels ausmachen können.

 

Und wie ist das bei Erwachsenen?


Nun ist das bei Kindern eigentlich sehr offenkundig und leicht nachvollziehbar. Die im Titel genannte Maxime gilt aber - wenn auch wesentlich subtiler - auch dann, wenn es nur um wenige Grad oder wenige Zentimeter geht, etwa wenn man einen Erwachsenen porträtiert.


links habe ich "vom Boden aus" ganz leicht nach oben fotografiert
rechts habe ich vom Leiterchen aus exakt auf Augenhöhe fotografiert
Als ich zuletzt meinen Freund Toto fotografierte - wir sind in etwa gleich groß - war so ein Fall wieder eingetreten: Er stand inmitten des Lichtsetups, ich war ebenfalls mit den Füßen auf dem gleichen Fußboden, machte das erste Foto, und sah direkt, dass ich meine Position idealerweise etwas erhöhen müsste. Ich fotografierte nämlich zu stark unter sein Kinn, was nicht unbedingt super vorteilhaft für ihn war. Also schnell ein Leiterchen geschnappt, auf die unterste Stufe gestellt und schon..... war ich zu hoch: Er musste dann schon eine Spur zu sehr zu mir heraufschauen. Und es sollte ja ein Business Porträt (also selbstbewußt/kompetent aber nicht arrogant, freundlich aber dabei sachlich) und kein Coverfoto für "Unterwürfigkeit heute" werden. *Zefixnochamol* Also auf der Leiter bleiben, aber in eine leicht gebückte Haltung gehen, und schon passte der Blickwinkel. Es ist manchmal in der Tat ein Spiel um Zentimeter.


Bildwinkel und Bildaussage


Am Ende ist das Ausschlaggebende immer die Frage: Was soll das Bild ausdrücken. Denn ein späterer Bildbetrachter nimmt ja zwangsläufig genau die Position ein, die im Moment der Aufnahme die Kamera inne hatte. Und darüber werden Stimmungen und Tendenzen in das Bild gebracht: Schaue ich auf jemanden herab, oder schaue ich zu jemandem auf.
Das ist nicht nur eine Redensart, die im übertragenen Sinn gilt, sondern zunächst mal ganz wortwörtlich schlichtweg vom faktischen Blickwinkel abhängig. Zum Beispiel war es vor ein paar Jahrzehnten zum Beispiel Standard, Frauen eher von oben herab zu fotografieren, damit sie zur Kamera - und damit zum Bildbetrachter - aufschauten. Das galt wohl als perfekter Ausdruck des weichen, warmen, zurückhaltenden [unterwürfigen] Frauenbildes. Helmut Newton hingegen hat seine Kamera oft in einer tiefere Position gebracht, um den Ausdruck von Stärke, Dynamik und Selbstbewußtsein der Frauen in seinen Bildern zu stärken. Es hat also seine Kamera - und damit den Bildbetrachter! - bewußt in eine tiefe, aufschauende Position gebracht.

Wichtig ist ganz einfach die Klarheit darüber, dass Deine Positionierung der Kamera im Moment der Aufnahme auch den Bildbetrachter auf eine bestimmte Position festnagelt und darüber Tendenzen in die Bildaussage bringt. Dieses Stilmittel solltest Du beim Fotografieren unbedingt im Kopf haben und beachten. Dabei ist es natürlich hilfreich, wenn man sich vorher darüber klar wird, was die Bildaussage denn sein soll...

Dienstag, 8. März 2016

Mein Irrtum über Instagram

Instagram. Das ist doch diese Plattform wo Unmengen von Handyschnappschüssen hochgeladen werden. Und als wäre das noch nicht Grund genug, dieses spezielle soziale Netzwerk zu meiden, werden diese Schnappschüsse dann auch noch mittels hochgradig merkwürdig zusammengestellter Ein-Klick-Filter verschönert.

Das jedenfalls war bis vor kurzem meine Sicht auf Instagram. Ich kann noch nicht einmal sagen, dass sie auf eigener Anschauung beruhte. Mit wenigen Ausnahmen - die allerdings allesamt in das oben gezeichnete Klischee passten - hatte ich noch keine Einblicke in Instagram erhalten. Woher meine Vorverurteilung von Instagram also kam, kann ich nicht genau sagen. Jedenfalls nicht aufgrund der wirklichen Faktenlage.

Denn kürzlich habe ich mich bei Instagram angemeldet (klick mich) und festgestellt, dass dort eine ganze Menge wirklich erstklassiger Fotografie gezeigt wird. Ja, es gibt auch tatsächlich die meinem Vorurteil entsprechenden Schnappschüsse, teils sogar in den schillerndsten Farben. Das Schlüsselwort an dieser Stelle ist aber halt das Wörtchen „auch“. Daneben gibt es aber zuhauf richtig gute Fotografie, die zwar über das Smartphone hochgeladen wird, aber offenkundig zuvor professionell angefertigt wurde. Das Smartphone ist in diesen Fällen nicht zugleich das Aufnahmemedium, sondern nur die Vermittlungsstelle zwischen den Fotos und dem Instagram-Account. Denn das ist nach wie vor so: Man kann ein Instagram-Profil zwar auch im Internetbrowser anschauen, Bilder hochladen und den vollen Funktionsumfang nutzen geht ausschließlich über Smartphone- bzw. Tablett-Apps.

Was meinen Sinneswandel ausgelöst hat?


Nun, ich schaue gelegentlich in die Fotografie-Talkshow „The Grid“ von und mit Scott Kelby rein. Und eine der Folgen dieses Podcasts befasste sich halt mit Instagram, und räumte mit meiner bisherigen Anschauung über diese Plattform gründlich auf.

Das aus meiner inzwischen aktualisierten Sicht Interessante sind - neben der Schlichtheit der Bedienung - die Möglichkeiten, die eigenen Fotos über Hashtags gezielt zum passenden Publikum zu bringen. Auf diese Weise kann man im Zweifel auch potenziellen Kunden begegnen. Anscheinend tummeln sich - diesen Eindruck macht jedenfalls mein Feed - auf Instagram eine ganze Menge Dienstleister aus der Hochzeits-Industrie und eben auch deren Kunden. Mit ein paar gezielten Hashtags kann man da eigentlich ganz gut auf sich aufmerksam machen.

Daneben sind als eigene Inspirationsquelle auch die diversen "Repost"-Seiten ganz interessant. Hier sammeln - anscheinend zu jedem nur denkbaren Thema - die Betreiber von Instagram-Accounts Bilder anderer Instagramer und reposten diese (meist inklusive Markierung der Urheber und Beteiligten) auf ihrem Account. Im Prinzip entstehen so von Editoren geführte thematische Sammlungen, die ja nach Güte und Thema auch eine sehr hohe Aufmerksamkeit der Instagram-Gemeinde erhalten. Da macht es natürlich Sinn, geeignete Fotos durch entsprechende Hashtags diesen Editoren zur Aufmerksamkeit zu empfehlen.

Screenshot meines Accounts in der Webbrowser-Ansicht  
Desweiteren nutze ich Instagram auch um auf meine Blogposts hinzuweisen. Ich bin gespannt, ob sich dadurch ein Zuwachs in der Leserschar ergibt, das bleibt noch abzuwarten.


Nunja, im Moment stehe ich in Sachen Instagram noch ziemlich am Anfang. Aber es macht Spaß, und man sieht eine Menge interessante und richtig gute Fotos - und als Fotograf trifft man hier auf viele Kollegen, Modelle und (vermutlich) einen weiteren Ausschnitt potenzieller Kundschaft.
  
Solltest Du daher noch nicht auf Instagram aktiv sein, aber Interesse an Fotografie haben, wäre es vielleicht keine ganz schlechte Idee, da einfach mal reinzuschauen. Man muss ja keinen öffentlichen Account führen, sondern kann dies auch "privat" halten und über jede Follower-Anfrage individuell entscheiden. Und vor allem MUSS man ja auch nicht die allzu schrägen Farbfilter benutzen. Im Zweifel geht es auch ganz ohne. Wobei der eine oder andere Filtereffekt schon ganz schön ist.

Also: Würde mich freuen, Dich demnächst auch auf Instagram zu treffen.  HIER ist mein Profil-Link.

Mittwoch, 2. März 2016

über farbige Hintergründe

Du kennst das vielleicht: Standardmäßig hat man ja im Fotostudio einen schwarzen und einen weißen, vielleicht auch noch einen grauen Hintergrund. Schön neutral, lenkt nicht vom Modell ab, und so weiter. Sehr sinnvoll. Grundsätzlich.

Was aber, wenn man in einem Foto aus dieser Monochromie mal ausbrechen möchte und es mal bunt treiben will?

klassischer kalt-warm Kontrast
dank kräftig blauem Hintergrund

Zum Beispiel mit einem satt blauen Hintergrund, weil der sich als Komplementärfarbe von den hiesigen Hauttönen so schön absetzt - so wie auf dem beiliegenden Foto.

Klar, es gibt eine ganze Reihe verschiedener Farbtöne für Hintergrundkartons. Kann man kaufen, muss man aber im Zweifel nicht.

Ein kleines Päckchen Farbfilterfolien für den Blitz tut es manches Mal auch. Denn wenn ich meinen grundsätzlich weiß leuchtenden Blitz durch eine blaue Filterfolie schicke, wird dessen Licht was? Genau, blau. Und trifft nun mein blaues Licht auf einen weißen Hintergrund wird der halt auch blau. Genau so habe ich das für das Foto hier gemacht.

Die beiden Modelle stehen ziemlich direkt vor einem großen, weißen Diffusor - also einem durchscheinenden weißen Tuch.
Dahinter steht mit etwas Abstand ein Blitz auf einem Stativ, der mit einer dunkelblauen Farbfilterfolie versehen ist. Der Blitz leuchtet - durch einen Durchlichtschirm als erste Diffusionsebene - den im Foto sichtbaren Hintergrund (das Diffusortuch) von hinten mit blauem Licht an. Et voilá: mein leuchtend(er) blauer Hintergrund ist fertig.

Es gibt da nur eine weitere Sache, auf die Du dann noch achten musst: Für die Beleuchtung der Person(en) vor dem schön blauen Hintergrund nimmst Du jetzt bitte keinen Durchlichtschirm oder andere Lichtformer mit der Richtcharakteristik einer Blendgranate. Denn jegliches Streulicht Deines Hauptlichtes, dass auf die Vorderseite des Hintergrunds fällt, dezimiert dessen schöne kräftige Farbe. Im vorliegenden Fall würde aus dem kräftigen, strahlenden Blau in ein verwaschenes schmutziges blaugrau werden. Nix gut! Jedenfalls dann nicht, wenn genau dieser Farbton nicht Dein Ziel ist.
Deshalb unbedingt mit Lichtformern arbeiten, die eine kontrollierte Lichtsetzung ermöglichen - hier war das eine Softbox mit Wabe, deren Leuchtfläche nahezu im rechten Winkel zum Hintergrund ausgerichtet war. So gelangte so gut wie kein Streulicht auf den Hintergrund.

Und um dem Farbschema das Krönchen aufzusetzen, kannst Du noch überlegen, dem Hauptlicht ebenfalls einen kleinen Farbfilter zu verpassen - in meinem Fall war das ein 1/4 oder 1/2 CTO-Filter ("convert to orange" oder "color temperature orange"), also ein nur leicht orangefarbener Filter.

Zur besseren Visualisierung habe ich noch eine meiner berüchtigten Skizzen eingefügt. Ich bilde mir ja immer noch ein, dass sie dem Verständnis dienlich sind, wenn man erstmal den Schock hinsichtlich meiner Zeichenkünste überwunden hat.....

Im Ergebnis aber bleibt festzuhalten, dass Du mit einer kleinen Handvoll Farbfilterfolien - ich habe mir da zum Beispiel für die Systemblitze mal das Filter-Set von Rogue (Amazon-Link) geholt - im Prinzip Hintergründe in jeder gewünschten Farbe erstrahlen lassen kann.

Es muss auch nicht zwingend ein Diffusor sein, der von hinten bestrahlt wird. Ich habe genauso gut meinen mittelgrauen Hintergrundkarton durch Anblitzen von vorne eingefärbt. Ich muss halt nur irgendwie gewährleisten können, dass das Licht für das Modell nicht - oder jedenfalls nicht zu sehr - auf den Hintergrund streut und so die schöne Farbe wieder zunichte macht.
Großzügige Räumlichkeiten und hohe Decken sind dabei natürlich von Vorteil, weil ich ganz einfach das Streulichtrisiko durch größere Abstände zwischen Modell (und damit auch den hierfür zuständigen Leuchten) und Hintergrund minimieren kann. Das obige Foto wurde aber in ausgesprochen beengten Verhältnissen gemacht. Das geht also auch.

Alternativ steht Dir aber natürlich nach wie vor die komplette Palette farbiger Hintergrundkartons (oder -Stoffe) zur Verfügung.

Wenn Du weitere Tipps und Tricks zu dem Thema "farbiger Hintergrund" hast, oder ich an irgendeiner Stelle  Fragezeichen in Deinen Augen hinterlassen habe, nutze doch bitte die Kommentare. Die Programmierer der Blogger-Kommentarfunktion grämen sich wahrscheinlich schon, dass ihre wertvolle Arbeit so oft ganz einfach übergangen und nicht genutzt wird - Du würdest auch ihnen sicherlich zu einem kleinen Freudensprung verhelfen... ;-).
Oh, und so ein Blogbeitrag kann (und soll) auch gerne geteilt werden. Das wiederum würde insbesondere mich sehr freuen.


Mittwoch, 24. Februar 2016

künstliches Fensterlicht

Daniela im "künstlichen Fensterlicht"
Ich mag ja Fensterlicht.

Wenn ein hinreichend großes Fenster verfügbar und draußen in irgendeiner Form Tageslicht vorhanden ist, die Sonne aber nicht direkt in 'mein' Fenster herein scheint, und dann noch die Umgebung des Fensters fotografisch nutzbar ist. Dann ist Fensterlicht oft eine herrliche Angelegenheit zum unbeschwerten Fotografieren.

Was aber, wenn das Shooting im Winter abends stattfindet? Oder sonst eine der oben aufgezählten Voraussetzungen nicht passt?

Muss ich dann auf mein geliebtes Fensterlicht verzichten?


Antwort: JA und NEIN.

JA, denn von Blitzsynchronzeiten und Blitzlichtgeraffel befreites Fotografieren ist dann passé. Dieser Vorteil des Fensterlichts ist dan wirklich weg. Aber zugleich lautet die Antwort auch:

NEIN, denn ich kann mir künstliches Fensterlicht an jeder beliebigen Stelle in jedem beliebigem Raum aufbauen. Dazu braucht es nicht sehr viel an Material und auch nicht unbedingt sehr viel Platz.

Es reicht ein mittelgroßer Diffusor, also im Prinzip ein aufgespanntes, weißes, lichtdurchlässiges Stück Stoff, das von der Rückseite aus mit einem Blitzlicht befeuert wird. Der Diffusor ist sozusagen meine Fensterscheibe, das Blitzlicht die Sonne. Mit "Rückseite des Diffusors" meine ich natürlich die Seite, auf der NICHT das Model steht.
Um nun die Lichtverteilung auf meinem Diffusor möglichst flächig zu halten und keine Hotspots zu produzieren, empfiehlt es sich, das Blitzlicht bereits an der Quelle schon einmal zu streuen. Zum Beispiel, indem Du den Blitz durch eine Softbox oder einen Schirm (oder gar beides) schießt. Oder, indem Du den Blitz vom Diffusor weg richtest und sein Licht von einer vorteilhafterweise nahegelegenen weißen Wand reflektieren und so auf die Rückseite des Diffusors fallen lässt. Da führen wieder viele Wege nach Rom.

Ziel des ganzen ist jedenfalls, den Diffusor - mein Fenster - annähernd gleichmäßig zu beleuchten. Der Diffusor streut das Licht dann seinerseits noch einmal, bevor es auf das Model trifft.

Bei dem Homeshooting mit Daniela habe ich mit dieser Technik gearbeitet.

Als Diffusor war ein PRO-Reflektorrahmen der Firma California Sunbounce mit einer 2/3-Diffusorbespannung im Einsatz. Der stand aufrecht mit seiner Unterkante auf dem Fußende vom Bett und wurde von Stativen mit den passenden Halteklammern gehalten. Hinter dem Reflektor hatte ich einen Kompaktblitz positioniert, der durch eine 60x60er Softbox von Lastolite blitzte. Diese Lichtquelle zielte aus ca. 1 Meter Entfernung auf die Mitte des Diffusors. Das ergab auf der gesamten Diffusorfläche ein annähernd gleichmäßig helles Licht. Und das wiederum ergab dann ein wunderbar weiches, schnell in Schatten abfallendes Licht auf Daniela, siehe oben.
 
Hier noch eine kleine Skizze vom Aufbau:


Übrigens: Nein, es muss natürlich nicht zwingend so ein eher teurer Sunbounce-Diffusor sein. Ich finde diese Reflektoren halt gut (warum das so ist, hatte ich hier mal aufgeschrieben) und habe inzwischen das eine oder andere Teil aus deren Produktion, so dass ich sie dann auch gerne benutze. Aber im Prinzip würde hier auch ein simples Stück Stoff funktionieren. Vorausgesetzt, es ist eben in ähnlicher Form lichtdurchlässig. Oder das Diffusor-Innenleben eines (größeren) 5in1-Reflektors. Das ändert nichts am Prinzip.

Und noch ein "Übrigens": Ja, möglicherweise hätte ich den gleichen Effekt allein mit einer wirklich großen Softbox erreichen können. Hätte den Aufbau nochmals vereinfacht: Einfach die 150cm-Octabox auf einen Studioblitzgeschnallt und auf das Stativ gepackt. Das wäre sicherlich auch eine gute Lösung gewesen. ABER zum Einen wollte ich gezielt die oben beschriebene Lösung einmal ausprobieren, zum Anderen war vor Ort ganz einfach nicht genug Platz für die 150er Octabox. Denn das Shooting fand in ziemlich beengten Verhältnissen statt, wie Du hier nachlesen kannst.

Hast Du Fragen oder Anmerkungen zu dem Thema? Schreib mir!